Weiterbildung

Dauer und Ablauf der
Tiergestützten Weiterbildung

Dauer

Die Weiterbildung wird an 7 Wochenenden (von Freitag-Sonntag) und 2 Blockwochen (von Montag bis Freitag) durchgeführt. Einschließlich einer einwöchigen Hospitation, dem Verfassen einer schriftlichen Hausarbeit und der Prüfungszeit beträgt die Studiendauer im Regelfall 16 Monate. Darüber hinaus werden Referate erarbeitet, sowie eine von einem Dozenten betreute schriftliche Hausarbeit erstellt. Selbständige Literaturarbeit wird erwartet.
Nach bestandener Prüfung erhalten die Teilnehmerinnen ihr Abschlusszertifikat als Fachkraft für Tiergestützte Interventionen. Sie sind damit zusammen mit den spezifischen, in ihrem grundständigen Beruf erworbenen Befähigungen zur Durchführung Tiergestützter Therapie, Tiergestützter Pädagogik oder Tiergestützter Förderung qualifiziert.
Die Gesamtzahl der Ausbildungsstunden beträgt 220.

Durch die Weiterbildung können von Ergotherapeuten und Psychotherapeuten Fortbildungspunkte erworben werden. Die Anzahl der Fortbildungspunkte richtete sich nach Länge bestimmter Vorträge. Die Gesamtzahl beträgt jedoch für Ergotherapeuten mindestens 60, für Psychotherapeuten 40 Fortbildungspunkte!

Ablauf

In der berufsbegleitenden Weiterbildung Tiergestützte Pädagogik, Tiergestützte Therapie und Tiergestützte Fördermaßnahmen werden als Basis Grundlagen für die Arbeit in der tiergestützten Pädagogik, Therapie oder Förderung vermittelt. Dies umfasst etwa das Wissen über die hilfreichen körperlichen, sozialen und psychischen Effekte von Tieren für Menschen. Dazu kommen Theorien zum Verständnis der Wirkung von Tieren. Grundlagen betreffen weiter die Mensch-Tier-Kommunikation mit notwendigen Kenntnissen der Psychologie und Ethologie. Einen weiteren Aspekt bilden die Rechte von Tieren, ihre artgerechte Haltung, Versorgung und Betreuung, aber auch die Verhaltensentwicklung und Verhaltensprobleme von Tieren. Nicht zuletzt gehört das Thema Ethik zur Grundlagenausbildung.

Die Methodenausbildung vermittelt in erster Linie Kenntnisse über die pädagogische, therapeutische und allgemein fördernde Arbeit (Prävention, Rehabilitation, Salutogenese) mit Tieren in den vielen und verschiedenen Anwendungsfeldern. Überdies werden Methoden der Ausbildung von Tieren gelehrt und auch Methoden der Evaluation der tiergestützten Arbeit gehören zum Curriculum. Eine Zwischenstellung zwischen Grundlagen und Methoden nehmen die Themen der hygienischen Voraussetzungen und der Sicherung hygienischer Standards für Menschen und Tiere bei der Arbeit ein. Wichtiger noch als das Wissen um Erkrankungen ist die Vermittlung von Wissen um die natürlichen restititutiven Prozesse, die in der tiergestützten Arbeit zur Gesunderhaltung und Gesundung beitragen.

Die Organisation und Durchführung der beruflichen Tätigkeit mit Tieren betrifft sowohl ökologische als auch ökonomische und administrative Themen. In diesem Teil der Ausbildung erhalten die TeilnehmerInnen zum einen die Möglichkeit im Kontakt mit den 55 Tieren des Instituts Theorie zu praktizieren. Gerade Gelerntes wird mit konkreter Erfahrung verbunden; die Sicherung der Qualität der Arbeit für Menschen und Tiere wird beachtet. Des Weiteren werden Hospitationen im Institut ebenso wie bei externen Institutionen vor- und nachbereitet, das heißt die vielen Formen der tiergestützten Arbeit mit Tieren werden konkret diskutiert und evaluiert. Daneben werden Fragen der Haftung und Versicherung geklärt, Schritte auf dem Weg in die Selbständigkeit vorgeschlagen und nicht zuletzt wird die Vernetzung der tiergestützten Arbeit mit etablierten Formen der pädagogischen und therapeutischen Betreuung aufgezeigt.

Zur Weiterbildung selbst: Die Ausbildung umfasst etwa 40 Themenblöcke, die an 7 Wochenenden (von Freitag bis Sonntag) und 2 Blockwochen (von Montag bis Freitag) von Dozenten, ausnahmslos anerkannten Fachleuten in ihrem Bereich, vermittelt werden. Das Institut für soziales Lernen mit Tieren bietet eine für Deutschland wohl einzigartige Form der Weiterbildung an. Die TeilnehmerInnen wohnen zusammen im CVJM-Heim in der Wedemark. Über drei Tage setzen sie sich in einer Gruppe von ca. 26 Personen intensiv mit den im Curriculum vorgegebenen Themen auseinander. Dabei legen wir großen Wert auf einen regen Wechsel von Theorie und Praxis, der durchaus hohe Anforderungen stellt, aber auch zu intensivem Denken und Sprechen und vor allem zum Zusammenarbeiten anregt. Ein Kursleiter stellt die Querverbindungen zwischen den Themen her und sorgt so für die passende Integration der Beiträge aus den verschiedensten Schwerpunkten. Aber auch die informellen Gespräche, die den Seminaren an den Abenden im CVJM-Heim folgen - in einer atmosphärisch guten Lernumgebung - führen zu einer Vertiefung des Lernens. Daraus resultiert schnell eine Vernetzung der TeilnehmerInnen, die etwa im Berufsverband ´Tiergestützte Pädagogik, Therapie und Fördermaßnahmen e.V.` weitergeführt wird.

Ablauf der Weiterbildung
 

Hospitationen (gefordert ist laut Studienordnung mindestens eine Woche) können von den AbsolventInnen der Fortbildung ebenfalls im Institut abgeleistet werden. Je nach ihren Interessen können sie in die mobile Arbeit mit Tieren in pädagogischen und therapeutischen Institutionen einsteigen. Sie können an Kurzeittherapien mit behinderten Kindern am Institut teilnehmen, Projekte für das Theater Hannover begleiten, welche Tiere einsetzen, und vieles mehr. Ziel dieser Hospitation ist es, einen Einblick zu erlangen und zu erfahren, wie unterschiedlich Tierarten einsetzbar sind. Die einzelnen ´Tiercharaktere` wirken auf verschiedene Weise auf die jeweiligen Menschen. Nicht nur für den betreuten Klienten ist es wichtig, ein zu ihm passendes Tier zu wählen, die Passung wird auch ein Stück weit vom Tier mitbestimmt. Das Institut beschränkt sich bewusst nicht auf eine oder wenige Tierarten - etwa wie die Reittherapie oder die Delphintherapie - sondern bietet derzeit die Möglichkeit, bei der Arbeit mit 12 verschiedenen Tierarten und insgesamt 55 Tieren zu erfahren, mit welchen Tier jeder Absolvent am besten arbeiten kann. Eine Liste mit Institutionen aus allen Bundesländern (oft mit früheren AbsolventInnen der Weiterbildung) ist erhältlich, um qualitativ gute, ortsnahe Hospitationsmöglichkeiten anzubieten und kennen zu lernen.

Eine betreute Hausarbeit aus einem frei wählbaren Bereich der Tiergestützten Pädagogik oder der Tiergestützten Therapie ist nach der Prüfungsordnung des Instituts in etwa 80 Stunden zu schreiben. Sie sollte nach Möglichkeit die beruflichen Erfahrungen der TeilnehmerInnen mit den Inhalten der Weiterbildung verbinden.

Zusammen mit den Ergebnissen einer mündlichen Abschlussprüfung stellt die Hausarbeit die Voraussetzung für die Erteilung des Zertifikats über die Befähigung zum professionellen Einbezug von Tieren in die berufliche Tätigkeit der AbsolventInnen dar.