Kurzzeittherapie

Tiergestützte Kurzzeittherapie für Soldaten mit
Posttraumatischer Belastungsstörung und Ihren Familien

Soziale Tierhöfe - ein Ort um Kraft zu tanken

Das Institut für soziales Lernen mit Tieren in der Wedemark bei Hannover bietet seit dem Jahr 2003 1-wöchige tiergestützte Kurzzeittherapiewochen an. Hierbei kommen zwölf verschiedene Tierarten wie z.B. Hunde, Pferde, Ponies, Esel, Rinder, Minischweine, Schafe, Ziegen, Kaninchen, Meerschweinchen, Hühner und Gänse zum Einsatz. Das betreuende fünfköpfige Expertenteam setzt sich aus Spezialisten der Traumatherapie, Psychologie, Sozialpädagogik, Ergotherapie und des Tiertrainings zusammen.

Die Kurzzeittherapie mit Hunden, Haus- und Nutztieren richtet sich speziell an SoldatenInnen, die von Posttraumatischen Belastungsstörungen betroffen sind und ihren Familien. Bei der Kurzzeittherapie wird möglichst die gesamte Familie in den therapeutischen Prozess miteinbezogen.

 

Warum Tiergestützte Therapie?

Die humanistische Therapie nach Rogers geht davon aus, dass Therapie gelingt, wenn Klienten
– ohne jegliche Bewertung, – von einem authentischen Lebewesen betreut, – das nicht urteilt, sondern empathisch ist – und authentisch ist
effektiv therapiert/sozialpädagogisch betreut werden können. Tiere erfüllen diese vier Bedingungen. Sie sind nicht fordernd und vergeben Fehler, spenden Trost, geben Sicherheit und Zuwendung.

Tiere erleichtern es „therapiefrustrierten“ Menschen an ihr affektives System heranzukommen. Der „versperrte“ Zugang zu den eigenen Affekten wird durch Tiere, die empathisch mitgehen, den Menschen mit seinem Leid genauso annehmen wie mit seinen Freuden, oft erst wieder zugänglich.

Ablauf der Tiergestützte Kurzzeittherapie

Am ersten Tag erhalten die Familien die Möglichkeit, das Therapiegelände, die Tiere, das Team und die anderen Familien kennen zu lernen.

An den folgenden Tagen findet vormittags eine 45-minütige Therapieeinheit für den Soldaten/die Soldatin mit PTBS statt, ein Gesprächsangebot für den (Ehe-)Partner sowie gezielte tiergestützte Interventionen für die Kinder auf dem Gelände des Instituts statt. Auch die (Ehe-)Partner und Kinder können auf Wunsch Kontakt zu den Tieren aufnehmen. Die Tierauswahl hängt vom Interesse und Wunsch des Klienten ab.

Der Nachmittag steht den Familien zur freien Verfügung. Das Team des Instituts bietet jedoch täglich zweistündige organisierte tiergestützte Aktivitäten auf dem Gelände des Instituts (Sommerquartier oder Winterquartier) an. Dieses Angebot kann von den Eltern als auch von den Kindern wahrgenommen werden. Die Teilnahme an der Kinderbetreuung bleibt aber freie Entscheidung der Familien. Die Eltern können während Zeit aber auch zu zweit oder mit den anderen Eltern gemeinsam etwas unternehmen. Das Team gibt den Familien während der Therapiewoche Tipps zu Freizeitangeboten im Umkreis von Hannover, die sie mit oder ohne ihre Kinder wahrnehmen können.

Nachmittags und ggf. auch abends steht das Therapeutenteam den Familien täglich für intensive Gespräche zur Verfügung. Die Therapieeinheiten werden täglich auf Video aufgenommen und nachmittags oder abends gibt es die Möglichkeit, diese gemeinsam mit den TherapeutInnen anzusehen und zu reflektieren. Zusätzlich dienen die Abende zum Austausch mit den anderen Familien.

Nach der Kurzzeittherapie erhalten alle Familien die Film- und Fotodokumentationen der einwöchigen Kurzzeittherapie. Gemeinsam mit dem Therapeutenteam wird eventuell nach möglichen Nachsorgeeinrichtungen gesucht, die tiergestützt in der Nähe des Wohnortes der Familien arbeiten.

Ziele der Kurzzeittherapiewoche

Für die Familie:
  • gemeinsame positive Erlebnisse schaffen, um den Familienzusammenhalt zu stärken
  • Erleben von Ruhe und Entspannung
  • Soziale Kontakte knüpfen/Austausch mit anderen betroffenen Familien
  • Erwartungshaltungen besprechen
  • Feststellung des Interventionsbedarfs
Für den/die Betroffene(n):
  • bewusste Auseinandersetzung mit Erlebten
  • Selbstwirksamkeit/Selbstbewusstsein/ Selbstvertrauen stärken
  • Klärung von Emotionen/eigener Gefühlswelt (Gefühlsmanagement)
  • Rollenverteilung besprechen
  • Handlungskonzepte erarbeiten für z.B. · schwierige Alltagssituationen · Déjà vu-Erlebnisse
Für den (Ehe-)Partner:
  • Selbstwirksamkeit/Selbstbewusstsein/Selbstvertrauen stärken
  • Unterstützung
  • Rollenverteilung besprechen
  • Handlungskonzepte erarbeiten für z.B.· schwierige Alltagssituationen· Déjà vu-Erlebnisse bei der/beim PartnerIn
Für das/die Kind(er):
  • Selbstwirksamkeit/Selbstbewusstsein/Selbstvertrauen stärken
  • Prävention/kindliche Entwicklung
  • Fragens-/Situationsklärung
  • Unterstützung
  • Handlungskonzepte erarbeiten für schwierige Alltagssituationen

Das Team

Dr. Andrea Beetz
Dr. Andrea Beetz
beratende Psychologin

Dipl. soz.päd. Ingrid Stephan
Dipl. soz.päd. Ingrid Stephan
Sozialpädagogin

Traumatherapeutin
Traumatherapeutin

2 StudentInnen der Pädagogik und
2 HospitantInnen
der Weiterbildung TT/TP/TF für die Foto- und Filmdokumentation sowie für die Betreuung der Kinder.

Unterkunft & Übernachtungsmöglichkeiten

Verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten in überwiegend familiär geführen Gasthäusern stehen Sie bereit.

Die Familien bewohnen während der Tiergestützten Therapie eine Unterkunft in der Umgebung und kommen zu den täglichen Therapieeinheiten zu uns. Die Kosten für die Unterkunft und Verpflegung sind nicht in den Therapiekosten enthalten und werden von den Familien selbst getragen. Bei der Kurzzeittherapie wird so weit wie möglich die gesamte Familie in den therapeutischen Prozess miteinbezogen, deswegen sind Geschwisterkinder herzlich eingeladen.