Inhalte

In der berufsbegleitenden Weiterbildung zur Fachkraft für tiergestützte Intervention werden folgende Grundlagen für die Arbeit in der tiergestützten Pädagogik, Therapie oder Förderung vermittelt:

  • Wissen über die hilfreichen körperlichen, sozialen und psychischen Effekte von Tieren für Menschen
  • Theorien zum Verständnis der Wirkung von Tieren
  • Mensch-Tier-Kommunikation mit notwendigen Kenntnissen der Psychologie und Ethologie
  • Rechte von Tieren, ihre artgerechte Haltung, Versorgung und Betreuung, aber auch die Verhaltensentwicklung und Verhaltensprobleme von Tieren
  • Tierethik

 

Generell lässt sich die Weiterbildung in verschiedene Grundlagen-bereiche unterteilen. Die Methodenausbildung vermittelt in erster Linie Kenntnisse über die pädagogische, therapeutische und allgemein fördernde Arbeit (Prävention, Rehabilitation, Salutogenese) mit Tieren in den vielen und verschiedenen Anwendungsfeldern. Überdies werden Methoden der Ausbildung von Tieren gelehrt und auch Methoden der Evaluation der tiergestützten Praxis gehören zum Curriculum. Teil der Grundlagenvermittlung stellen dabei ebenfalls die Themen der hygienischen Voraussetzungen und der Sicherung hygienischer Standards für Menschen und Tiere bei der Arbeit dar. Auch Evaluationstechniken und Qualitätssicherung werden methodisch behandelt und selbst erprobt.

Die Organisation und Durchführung der beruflichen Tätigkeit mit Tieren betrifft sowohl ökologische als auch ökonomische und administrative Themen. In diesem Teil der Ausbildung erhalten die Teilnehmer:innen zum einen die Möglichkeit im Kontakt mit den etwa 60 Tieren des Instituts die erlernte Theorie in die Praxis zu übertragen. Gerade Gelerntes wird mit konkreter Erfahrung verbunden; die Sicherung der Qualität der Arbeit für Menschen und Tiere wird beachtet. Des Weiteren werden Hospitationen im Institut ebenso wie bei externen Institutionen vor- und nachbereitet, die vielen Formen der Tiergestützten Intervention werden konkret diskutiert und evaluiert. Daneben werden Fragen der Haftung und Versicherung geklärt, Schritte auf dem Weg in die Selbständigkeit vorgeschlagen und nicht zuletzt wird die Vernetzung der tiergestützten Intervention mit etablierten Formen der pädagogischen und therapeutischen Betreuung aufgezeigt.

Dauer

  • Die komplette Studiendauer beträgt 16 Monate (inkl. einwöchiger Hospitation, Hausarbeit, Prüfungszeit)
  • Die Weiterbildung umfasst etwa 40 Themenblöcke die an 12 Wochenenenden (von Freitag 18:30 Uhr bis Sonntag 12:30 Uhr) durchgeführt werden
  • Die Gesamtzahl der Ausbildungsstunden beträgt 220.

 

Wichtige Information für Ergotherapeut:innen zu Fortbildungspunkten:

Durch die Weiterbildung können für Ergotherapeut:innen Fortbildungspunkte erworben werden. Die Anzahl der Fortbildungspunkte richtete sich nach der Länge bestimmter Vorträge. Die Gesamtzahl beträgt jedoch mindestens 60 Fortbildungspunkte!

Ablauf

STARKER VERBUND VON THEORIE UND PRAXIS – FAMILIÄRE ATMOSPHÄRE – NETZWERK & AUSTAUSCH

Das Institut für soziales Lernen mit Tieren bietet eine für Deutschland wohl einzigartige Form der Weiterbildung an. In familiärer Atmosphäre wohnen die Teilnehmer:innen zusammen im CVJM-Heim in der Wedemark. Über drei Tage setzen sie sich in einer Gruppe von ca. 26 Personen intensiv mit den im Curriculum vorgegebenen Themen auseinander. Dadurch wird es mitunter ermöglicht, dass sich ein nachhaltiges Netzwerk der Teilnehmer:innen zum gegenseitigen Austausch ausbildet, welches auch über die Dauer der Weiterbildung bestehen bleibt – etwa im Rahmen des Bundesverbandes Tiergestützte Intervention e.V. Die Kursleitung stellt die Querverbindungen zwischen den Themen sowie Theorie und Praxis her und sorgt so für die passende Integration der Beiträge aus den verschiedensten Schwerpunkten. Aber auch die informellen Gespräche in familiärer Atmosphäre bei Snacks und Kaltgetränken, die den Seminaren an den Abenden im CVJM-Heim folgen, führen zu einer Vertiefung des Erlernten und Laden zum Netzwerken ein.

1. Hospitationen

  • Gemäß Studienordnung ist mindestens eine Woche erforderlich (5 Tage à 8 Stunden)
  • Hospitationen sind auch bei uns im Institut möglich in den Arbeitsbereichen der mobilen tiergestützten Intervention in verschiedenen pädagogischen und therapeutischen Einrichtungen sowie bei Projekten vor Ort, etwa den Kurzzeittherapiewochen
  • Eine Liste mit Institutionen aus allen Bundesländern findet sich im Absolventenhandbuch (oft mit früheren Absolvent:innen der Weiterbildung)

 

Ziel dieser Hospitation ist es, einen Einblick zu erlangen und zu erfahren, wie unterschiedlich Tierarten und verschiedene Tierpersönlichkeiten einsetzbar sind. Dabei können die Teilnehmer:innen der Weiterbildung gezielt in verschiedenen Arbeitsfeldern hospitieren oder aber bei Einrichtungen oder Einzelpersonen Einblicke gewinnen, die für die eigenen Zukunftspläne im Kontext tiergestützter Intervention/Praxis relevant sind.

2. Hausarbeit

Zum Ende der Weiterbildung verfassen die Teilnehmer:innen selbstständig eine Facharbeit zum bzw. innerhalb des Themengebiets tiergestützter Intervention. 

  • Thema frei wählbar: umfasst einen Bereich der Tiergestützten Pädagogik oder Therapie in Theorie und Praxis oder konzeptionelle Entwürfe
  • Theorie & Praxis: nach Möglichkeit die eigenen beruflichen Erfahrungen mit den erlernten Inhalten der Weiterbildung verbinden
  • Arbeitsumfang: nach der Prüfungsordnung des Instituts in etwa 80 Stunden zu verfassen; Seitenzahl bei ca. 40 Seiten

 

Zusammen mit den Ergebnissen einer mündlichen Abschlussprüfung stellt die Hausarbeit die Voraussetzung für die Erteilung des Zertifikats über die Befähigung zum professionellen Einbezug von Tieren in die berufliche Tätigkeit der AbsolventInnen dar.

3. Mündliche Prüfung

  • Die Prüfungszeit liegt bei circa 15 Minuten pro Teilnehmer:in
  • Möglichkeit der Verteidigung der eigenen Hausarbeit
  • Abgefragt werden zudem Inhalte des Erlernten aus den circa 40 Themenblöcken

Kosten

Berufsbegleitende Weiterbildung zur Fachkraft für Tiergestützte Intervention

Die Kosten für Weiterbildung und Kursunterlagen betragen:

5.100 Euro

Und teilen sich wie folgt auf:

400 Euro Anmeldegebühr nach Anmeldebestätigung

  1. Teilbetrag in Höhe von € 1.450,00 drei Monate vor Kursbeginn
  2. Teilbetrag in Höhe von € 1.450,00 drei Monate nach Kursbeginn
  3. Teilbetrag in Höhe von € 1.450,00 neun Monate nach Kursbeginn

Prüfungsgebühr 350,- Euro vier Wochen vor Prüfung

Bitte beachten sie, dass die Kosten für Anreise, Unterkunft und Verpflegung selbst zu tragen sind.